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Kinderzahnheilkunde (Pedodontie)

Negative Erfahrungen in der Kindheit können das ganze Leben eines Menschen beeinflussen. Eine häufige negative Erfahrung ist die Zahnarztangst, die sich oft bereits im Kindesalter entwickelt. Um dies zu vermeiden, ist es der richtige Ansatz, bei Zahnproblemen von Kindern Unterstützung durch einen spezialisierten Kinderzahnarzt (Pedodontie) in Anspruch zu nehmen. Diese Zahnärzte bieten speziell auf Kinder ausgerichtete präventive und therapeutische Leistungen an und sind besonders geschult, mit dieser Altersgruppe gesund zu kommunizieren. Indem sie die Behandlung an die seelische und körperliche Entwicklung des Kindes anpassen, lösen sie Zahnprobleme frühzeitig.

Was ist Pedodontie?

Die Pedodontie, also die Kinderzahnheilkunde, wird auch als „pädodontische Zahnmedizin“ bezeichnet. Der Begriff bedeutet sinngemäß „Kinderzähne“. Sie umfasst präventive und therapeutische Maßnahmen zum Schutz der Zahngesundheit von Kindern im Alter von 0 bis 13 Jahren. Zudem behandelt sie Zahnprobleme, die durch Vererbung, Trauma oder Karies entstehen. Von der Säuglingszeit an begleitet sie die Entwicklung von Mund, Zähnen sowie der Kiefer- und Gesichtsregion und beginnt bei möglichen Problemen frühzeitig mit der Behandlung.

Kinderzahnärzte erhalten spezielle Schulungen für eine gesunde Kommunikation mit Kindern. So können sie vorbeugende und heilende Behandlungen durchführen, ohne Zahnarztangst auszulösen. Ihr vorrangiges Ziel ist es, Zahnproblemen bei Kindern vorzubeugen und sie auf eine kariesfreie Zukunft vorzubereiten. Bei Routinekontrollen erkannte Probleme werden frühzeitig behandelt, bevor sie größer werden. Außerdem helfen sie Kindern, ein Bewusstsein für richtige Zahnpflege zu entwickeln.

Die Pedodontie bietet auch Behandlungen zur Abgewöhnung schlechter Mundgewohnheiten wie Nägelkauen oder Daumenlutschen an. Darüber hinaus werden Zahnprobleme nach Unfällen im oft sehr aktiven Kindesalter behandelt. Falls es durch ein Trauma zu Zahnverlust kommt, zeigen Kinderzahnärzte den geeignetsten Weg auf. Kurz gesagt: Diese Disziplin bietet mit einem multidisziplinären Ansatz professionelle zahnmedizinische Betreuung für Kinder in diesen Altersstufen.

Warum ist Pedodontie wichtig?

Kinderzahnärzte helfen durch eine starke und kindgerechte Kommunikation dabei, dass Kinder ihre Mund- und Zahnpflege gerne durchführen. Sie begleiten die körperliche und seelische Entwicklung und erleichtern die Gewöhnung an Zahnarztbesuche. Da sie über Fachwissen verfügen, können sie Zahndurchbruchsprobleme früh erkennen. Außerdem können sie kieferorthopädische Fehlstellungen in einem frühen Stadium feststellen und bei Bedarf an einen Kieferorthopäden überweisen. Wenn ein Kind Gewohnheiten wie Nägelkauen oder Daumenlutschen hat, unterstützen sie bei der Abgewöhnung.

Pedodontie schafft bereits ab der Zahndurchbruchsphase im Säuglingsalter durch Schutzmaßnahmen für Milch- und bleibende Zähne eine Grundlage für gesunde bleibende Zähne. Wenn bleibende Zähne durchbrechen, ermöglicht sie bei Fehlentwicklungen eine frühzeitige Intervention. Dadurch werden die Zähne, die Kinder ihr Leben lang behalten, bestmöglich geschützt. Zusätzlich bieten Kinderzahnärzte Schulungen zu hochwertigen Pflegeprodukten und richtigen Techniken für die Zahnpflege an.

Kinderzahnärzte behandeln außerdem häufige Zahnverletzungen durch Stürze oder Schläge im Mundbereich. Bei Unfällen, bei denen ein Zahn vollständig aus dem Kieferknochen herausgelöst wird, geben sie Familien Anleitungen zum richtigen Vorgehen. In solchen Fällen ist es am besten, den Zahn ohne Berührung der Wurzel unter fließendem Wasser vorsichtig zu reinigen und so schnell wie möglich einen Kinderzahnarzt aufzusuchen.

Wer ist ein Pedodontist und was macht er?

Zahnärzte, die nach dem Abschluss eines 5-jährigen Zahnmedizinstudiums eine Facharztausbildung oder Promotion im Bereich Pedodontie absolvieren, werden zu Kinderzahnärzten. Diese als Pedodontist bezeichneten Kinderzahnärzte verfolgen primär das Ziel, Zahnprobleme bei Kindern zu verhindern. Ihre Aufgaben umfassen:
  • Die Entstehung von Zahnarztangst bei Kindern zu vermeiden.
  • Behandlung und Nachsorge nach dentalen Traumata bei Kindern durchzuführen.
  • Bei Bedarf Milchzähne zu ziehen und prothetisch zu versorgen.
  • Behandlungen zur Abgewöhnung schlechter Mundgewohnheiten wie Nägelkauen und Daumenlutschen anzuwenden.
  • Präventiv-kieferorthopädische Maßnahmen durchzuführen.
  • Die Entwicklung von Zähnen und Kiefer regelmäßig zu kontrollieren und zu verfolgen.
  • Endodontische und restaurative Behandlungen an Milch- und bleibenden Zähnen durchzuführen.
  • Präventive Maßnahmen zur Kariesvorbeugung anzuwenden.
  • Ernährungsgewohnheiten zur Förderung der Zahngesundheit zu entwickeln und zu regulieren.
  • Kinder und Familien über Mund- und Zahngesundheit zu informieren.
  • Das individuelle Kariesrisiko des Kindes zu bestimmen.
  • Bei Kindern mit besonderem Betreuungsbedarf Zahnbehandlungen bei Bedarf unter Anästhesie durchzuführen.

Da Pedodontisten Zahnprobleme auf eine kindgerechte und sympathische Weise behandeln, werden sie von Kindern meist gemocht. Dadurch entwickeln Kinder gesunde Gewohnheiten zur Mund- und Zahnpflege.

Welche Behandlungen führen Pedodontisten durch?

Die Pedodontie, die wirksame Lösungen für die Zahngesundheit von Kindern im Alter von 0–13 Jahren bietet, hat sich insbesondere in den letzten zehn Jahren stark weiterentwickelt.

Früher wurden Milchzähne oft vernachlässigt, da man davon ausging, dass sie ohnehin nicht dauerhaft sind. Bei Karies oder Fehlstellungen wurde häufig keine Behandlung durchgeführt. Heute, mit einem besseren Verständnis für die Bedeutung der Kinderzahnheilkunde, werden Kinder ab dem Zeitpunkt des Zahndurchbruchs routinemäßig zu Kinderzahnärzten gebracht.

Kinderzahnärzte führen je nach Bedarf viele unterschiedliche Behandlungen durch. Zu den häufigsten gehören:

  • Zahnextraktionen
  • Platzhalter (Platzhaltergeräte)
  • Füllungen an Milch- und bleibenden Zähnen
  • Endodontische Behandlungen wie Wurzelkanalbehandlungen
  • Behandlung von Zahntraumata
  • Schutzmaßnahmen wie Fissurenversiegelung, Fluoridlack und Fluoridgel
  • Kinderprothesen
  • Behandlungen zur Abgewöhnung schlechter Mundgewohnheiten
  • Behandlung von Zahnfleischerkrankungen und Läsionen im Zusammenhang mit systemischen Erkrankungen

Jedes Kind reagiert unterschiedlich auf Probleme und Stresssituationen. Kinder, die noch nie beim Zahnarzt waren, übernehmen ihre Ängste häufig aus Erzählungen der Familie oder aus dem Umfeld. Dadurch können Vorurteile wie Zahnarztangst entstehen. Werden Zahnprobleme jedoch frühzeitig von einem Kinderzahnarzt behandelt, können sie mit den oben genannten Methoden rechtzeitig gelöst werden.

Wann sollte der erste Besuch beim Pedodontisten stattfinden?

Milchzähne, die bei Kindern meist ab dem 6. Lebensmonat durchbrechen, können bis zum 5. Lebensjahr vollständig erscheinen. In manchen Fällen kann der erste Zahn sogar früher als im 6. Monat durchbrechen. Es wird empfohlen, Babys im Alter von 1 Jahr zur ersten zahnärztlichen Kontrolle zu bringen. Nach Angaben der American Academy of Pediatric Dentistry sowie der WHO (Weltgesundheitsorganisation) ist eine erste Kontrolle im Alter von 6 Monaten bis 1 Jahr ideal.

Der erste Kontakt des Babys mit der Pedodontie beginnt mit der ersten Untersuchung. In diesem Prozess informiert der Spezialist die Familie über die Mund- und Zahngesundheit ihres Babys. Durch Erklärungen zu normalen und ungewöhnlichen Abläufen hilft er, mögliche Zahnprobleme frühzeitig zu erkennen. Die Familie wird über die notwendige Mundhygiene zum Schutz der Zähne aufgeklärt. Außerdem wird kontrolliert, ob der Zahndurchbruch normal verläuft.

Bei manchen Kindern beginnen Milchzähne sehr früh zu kariös zu werden. Dies kann erblich bedingt sein, mit Ernährungsgewohnheiten zusammenhängen oder durch unzureichende Zahnpflege entstehen. Darüber hinaus können Gewohnheiten wie Daumenlutschen, Kauen auf der Babyflasche, Schnullergebrauch und Nägelkauen die Zähne negativ beeinflussen und Karies begünstigen. Die Pedodontie unterstützt Familien und Kinder in all diesen Bereichen und leitet die notwendigen Behandlungen ein.